Neues aus Morsum
Der Sommer fing so gut an. Aber dann, am Tag als der Regen kam und dieser uns auch auf Sylt den gesamten Sommer begleitete, beeinträchtigte dieser doch so Einiges, auch manche im Freien stattfindende Veranstaltung. Während an der Morsumer Badestelle das Anbaden von den Kulturfreunden, und Frühstück am Deich des Förderkreises St. Martin-Kirche vom Regen verschont blieb, litten doch einige Ringreiterturniere und auch der Mittelalter-Markt am Muasem Hüs doch unter dem Regen und dem aufgeweichten Boden. Der Mittelalter-Markt kam ansonsten sehr gut an. Er erinnerte so ein bißchen an das in Morsum stattgefundene Sylt-Festival. Da auch die Aussteller zufrieden waren wollen wir hoffen, dass auch im nächsten Jahr ein solcher Markt wieder in Morsum stattfindet. Positiv für das Muasem Hüs und für Morsum ist, dass es nun im Muasem Hüs das Bistro „Zum kleinen Kaiser“ gibt. Nicht nur, dass dem Besucher im Muasem Hüs auch etwas zum Verzehr angeboten wird, außerhalb der Kurverwaltungs-Öffnungszeiten können nun die Gäste auch Informationen über Morsum und Sylt bekommen. Dies wird von den Gästen sehr begrüßt. Das Muasem Hüs entwickelt sich immer mehr zu einem Treffpunkt von Einheimischen und Gästen. Neben dem Bistro ist die Verleih-Bücherei jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Zum Lesen oder Schmökern in den Büchern ist die Bücherei aber an jedem Tag zugänglich. Für eine Spende von 2,- € können Bücher dem Büchertisch, und unentgeltlich der Bücherkarre entnommen werden. Neu ist, dass im Morsumer Zimmer im Muasem Hüs jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr und Freitag von 15 bis 17 Uhr gewebt wird. Auch Kinder können dann an kleinen Webstühlen weben Die fünf Weberinnen kamen mit ihren Webstühlen von Keitum nach Morsum, da die Räume im Altfriesischen Haus, in denen sie zwölf Jahre gewebt haben, von der Sölring Foriining anderweitig genutzt werden. Am Montag, Dienstag und Freitag finden oben auf der Galerie im Muasem Hüs auch Filzkurse für kleine Kindergruppen statt.
Die Zahl von Veranstaltungen im und am Muasem Hüs hat in diesem Jahr erheblich zugenommen. Neu dabei sind auch die Poetry Slam-Veranstaltungen. Beim monatlichen Wettstreit der Dichter wurden bei einer Veranstaltung schon 240 Besucher gezählt. Gut wäre es, wenn es auch bald wieder eine Einkaufsmöglichkeit in Morsum geben würde. Morsum hat schon bald ein ganzes Jahr keinen Kaufmann mehr. Das ist für Morsum nicht gut. Denn zum einen ist eine Einkaufsmöglichkeit nicht nur für die älteren Bürger, sondern auch für die Kommunikation zwischen alt und jung, zwischen Gäste und Morsumer wichtig. Auch Anfragen von Gästen beinhalten oft, ob es eine Einkaufsmöglichkeit im Ort gibt. Auch gab es schon Beschwerden von Gästen, da die Vermieter sie nicht über die nicht mehr vorhandene Einkaufsmöglichkeit im Dorf informiert hätten. Ein Dorf wie Morsum braucht einen Kaufmannsladen. Denn seit der Schließung des Edeka-Marktes ist das Dorfleben um vieles ärmer geworden. Auf der letzten OB-Sitzung berichtete Bürgermeisterin Petra Reiber über einen aktualisierten Projektablauf „Markttreff und Muasem Hüs, Dorfmittelpunkt für Einheimische und Gäste“. Danach soll im September den Bürgern auf einer Informationsveranstaltung die Grundscheckanalyse, im Dezember die Machbarkeitsstudie, und Anfang des Jahres 2012 dann das Konzept Markttreff Morsum vorgestellt werden. Man darf gespannt sein, ob Morsum tatsächlich zur nächsten Saison einen solchen Markttreff bekommt.
Auch andere Morsumer Probleme bedürfen einer schnelleren Umsetzung. Das Begehen oder Befahren einiger Morsumer Straßen wird gerade für ältere Menschen im kommenden Winter nicht ungefährlich sein. Daher ist es gut, dass auf der letzten OB-Sitzung noch einmal auf die Dringlichkeit der Sanierung gewisser Morsumer Straßen hingewiesen wurde. Vorgesehen sind diese erst nach 2014. Auch auf die Dringlichkeit der Schaffung von zusätzlichen Parkmöglichkeiten, wie auch der Schulwegsicherung wurde auf der letzten OB-Sitzung nicht nur hingewiesen, dazu wurden auch Beschlüsse gefaßt. Bei allen größeren Veranstaltungen sind im Zentrum von Morsum die Straßen so zugeparkt, dass nicht nur Rettungsfahrzeuge schwerlich durchkommen können, sondern an manchen Tagen für die Kinder der Weg zur Schule schon beinahe lebensgefährlich ist. Zur Sanierung der Brücke konnten auf der OB-Sitzung noch keine konkreten Zeitabläufe genannt werden, da die Verhandlungen mit der Bahn sehr schwierig und umständlich sind. Das Schlimme dabei ist, dass durch den umgelenkten Schwerlastverkehr die anderen Straßen nun arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch Feuerwehrfahrzeuge und die größeren Krankenwagen verlieren oft viel Zeit, da sie wegen der für sie gesperrten Brücke den Weg über den beschrankten Bahnübergang am Bahnhof nehmen müssen. Die hohe Zugfolge verhindert oft ein schnelles Überqueren des Bahnüberganges. Seit Jahren warten die Morsumer auch auf die Ausweisung der Ladestraße am Bahnhof zu einem Gewerbegebiet Während von Klanxbüll bis nach Husum in derselben Zeit Bau- und Gewebegebiete nicht nur ausgewiesen sondern auch bebaut werden, gibt es hierzu seit Jahren immer nur Sachstandsberichte in den OB-Sitzungen.
Am 15. September wurde das Primarhaus Morsum der Öffentlichkeit vorgestellt. Dank gehört all denen, die mit großem Einsatz dazu beigetragen haben, dass die Morsumer Schule inzwischen nicht auch schon geschlossen wurde. In vier Zielgruppen werden die Kinder betreut. In der Krippe die Kinder von 0 bis 3 Jahre, in der Kita die Kinder von 3 bis 6 Jahren. In einer anderen Zielgruppe werden die Grundschulkinder von 8 bis 13 Uhr unterrichtet. Und Montag bis Donnerstag von 13 bis 16 Uhr und Freitag bis 14 Uhr werden Lernbetreuung, Hausaufgabenhilfe und Angebote im Freizeitbereich angeboten. Auch Hörnumer und Rantumer Kinder besuchen die Morsumer Schule. Da sie zuvor in der Hörnumer Schule schon von den Morsumer Lehrkräften unterrichtet wurden, wollten deren Eltern keinen Lehrerwechsel so lange ihre Kinder noch die Grundschule besuchen. Da aber nicht sicher ist, dass auch zukünftig immer weiter Kinder aus diesen Dörfern zur Morsumer Schule kommen, muß endlich etwas für die Ansiedlung von jungen Menschen in Morsum getan werden. Die Gemeinde will aber erst das Grips-Ergebnis abwarten, bevor sie sich damit befassen will. Da das Gripsergebnis aber wahrscheinlich erst 2012 vorliegt, und danach erst in die Bauleitplanung eingestiegen wird, werden wohl noch einige oder etliche Jahre vergehen, bis eine Ansiedlung von jungen Menschen in Morsum möglich wird. Es kann auch sein, da die anderen Gemeinden ohne Abwarten des Grips-Ergebnisses schon jetzt Bauland dafür ausweisen wollen, dass Morsum letztendlich dabei ganz auf der Strecke bleibt. Langfristig wird die Morsumer Schule aber nur zu erhalten sein, wenn die überwiegende Zahl der Schüler immer aus Morsum kommen.