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Neues von Morsum
Reich gedeckter Tisch am Nösse-Deich
In jedem Jahr laden die Morsumer Kulturfreunde zum Anbaden und zu einer Wattwanderung mit anschließendem Meeresfrüchte-Imbiss ein. Und in jedem Jahr wurde die Zahl der Teilnehmer, der am Außendeich an der Morsumer Badestelle stattfindenden Veranstaltungen, größer.
Beim Anbaden, da neben dem Baden auch viele den Schnack zwischen Syltern, Gästen und Zweitwohnungsbesitzern, der Akkordeonmusik und den Verzehr von Getränken und Verzehr-Köstlichkeiten lieben. Bei der Wattwanderung, da dabei dann die im Watt befindlichen Meeresfrüchte wie z. B. Austern oder Muscheln gesammelt, und nach der Wanderung dann bei einem Glas Wein entweder roh oder vom Grill verzehrt werden. Das Anbaden lief in diesem Jahr auch wieder in gewohnter Form ab.
Die Veranstaltung Wattwandern war diesmal aber etwa anders. Der Freundeskreis St. Martin zu Morsum plante am Deich ein Gourmet- Frühstück. Und da wurde kurzerhand von den Vorständen beider Vereine beschlossen, das geplante Gourmet-Frühstück des Freundeskreises St Martin zu Morsum und das Wattwandern der Morsumer Kulturfreunde mit dem Meeresfrüchteimbiss zu einer Veranstaltung zu machen.
Nachdem das für den Deich zuständige Landesamt für Küsten und Naturschutz (LKN), so wie auch der Pächter der Deichländereien, der mit vielen hunderten von Schafen den Deich beweidet, über die Veranstaltung informiert worden waren, ging es dann in die doch dafür enormen Vorbereitungen. Sollten doch nicht nur über hundert Sitzmöglichkeiten mit Sitzkissen heran geschafft werden, sondern auch die dazu gehörigen Tische, die mit weißen Tischtüchern, und diese wieder mit einem Streifen Rollrasen wegen des eventuellen Windes versehen werden mussten. Ebenso das benötigte Porzellangeschirr, sowie für die Kaffeemaschinen und Herdplatten notwendige Stromversorgung musste sicher gestellt werden.
Aber die vielen Vorbereitungen lohnten sich. Über achtzig Teilnehmer nahmen an der Kaffeetafel teil. Und viele davon bezahlten zur Unterstützung des Fördervereines St. Martin mehr als die für das Frühstück geforderten 14,50 €. Nachdem Pastor Schulz ein Gebet gesprochen und gemeinsam ein Lied gesungen wurde, trat dann der Musik-Entertainer Oliver Strempler in Aktion und unterhielt wie auch ein Zauberer die von der Veranstaltung begeisterten Teilnehmer.
Am Nachmittag sah es so aus, dass der einsetzende Regen der Veranstaltung ein Ende setzen wollte. Doch dem war nicht so. Mit einer kleinen Stunde Verspätung starteten unter Führung von Heiko Hoffmann von der Schutzstation Wattenmeer dann doch noch über zwanzig Personen. Weit nach draußen ging es aber nicht mehr, denn das schnell auflaufende Wasser zwang nur zu einem kleinen Ausflug ins Watt. Da wegen des stärkeren Winters, zum anderen aber auch wegen des auflaufenden Wassers, fast keine Meeresfrüchte geerntet werden konnten, war es gut, dass auch für diesen Fall Vorsorge getroffen worden war. Zur Sicherheit hatte man Austern und Muscheln besorgt, so dass trotz des auflaufenden Wassers und der wenigen Ausbeute im Watt, es doch auch noch das Meeresfrüchteimbiss gab. Am Ende große Freude bei den Veranstaltern. Der Förderverein St. Martin zu Morsum über den guten Ablauf und des erzielten Überschusses, der der Morsumer Kirche zu Gute kommt. Und bei den Morsumer Kulturfreunden darüber, dass alles so geklappt und reibungslos über die Bühne gegangen war.
Leserbrief
Etwas merkwürdig ist das schon alles. Zum Sommerfest der Morsumer Schule mit Einweihung des Anbaues erschienen weder Bürgervorsteher noch Bürgermeisterin, noch einer ihrer beiden Stellvertreter. Die Grüsse der Gemeinde überbrachte der Vors. des Ortsbeirates, der erst kurz vor der Veranstaltung den Auftrag dafür bekam. Schulleiter Krebs von der Schule Am Nordkamp, auch demnächst Schulleiter der Morsumer Schule, war anwesend, wurde aber nicht vorgestellt. Kein Wort auch in den Reden darüber, das Frau Dr. Gottschalk zukünftig mit ihrem Team zur Hörnumer Schule wechselt.
Merkwürdig, bedenklich und nicht nachvollziehbar finden auch viele Morsumer, dass gerade das Muasem Hüs mit der Keitumer Therme zusammen einer Kurverwaltung Sylt-Ost zugehörig sein soll. Die Brücke in Morsum ist für den Schwerlastverkehr gesperrt. Dies geht erheblich zu Lasten der anderen sehr schmalen Straßen. Wäre da die Sanierung der Brücke nicht weit vordringlicher, als viel Geld für einen nicht zeitlich bedingten Abriss von Gebäuden auf dem Flugplatz auszugeben, fragen sich viele Morsumer. Interessant und aufschlussreich war auch die letzte Feuerschutzausschusssitzung. Der Landrat erklärte, die Inseln sind selbst für den Katastrophen- und Einsatzplan zuständig. Statt sich so seiner Verantwortung zu entziehen, wären aber ein paar klare Worte des Landrats, gerade im Hinblick auf den letzten Sturm, aufgeheizter Züge oder anderer möglicher K-Fälle, auch über die Katastrophenhalle auf dem Flugplatz, ja oder nein, für unsere Insel sehr wichtig gewesen. Mitgeteilt wurde weiter, dass bei der Planung der neuen Westerländer Feuerwehrwache auch die anderen Ortswehren eingebunden waren. In Wirklichkeit waren sie aber nur über einen Neubau informiert worden. Da werden etliche tausend Euro für ein Feuerwehr-Gutachten ausgegeben, und statt mit allen Wehren zusammen ein Gesamtkonzept daraus zu entwickeln, denn z. B., was Westerland hat braucht Tinnum nicht auch noch vorhalten oder auch umgekehrt, ist man tatsächlich der Meinung, dass die Planung sogar nach der Fusion alleine Sache der Westerländer ist. Der bisher guten Kameradschaft unter den Wehren wird das auch nicht dienlich sein. Das alles erinnert an vergangene Zeiten. Inselweit war damals abgesprochen worden, dass ein Aquarium in List und ein Außenschwimmbecken in Keitum entstehen sollte. Trotzdem wurde alles in Westerland gebaut. Und es scheint, als wenn man es auch weiter so handhaben will. Dabei sollte doch jeder inzwischen gemerkt haben, dass das Unverständnis und der Frust über die gemeindliche Politik laufend zunimmt. Und wenn schon nachgefragt wird, in welchem Zeitraum ein Bürgerbegehren erfolgen muss um die Fusion rückgängig zu machen, sollten doch wohl alle Alarmglocken läuten.
Alfred Bartling, Morsum
Ein Kinder-Nachmittag im Muasem Hüs, der großen Anklang fand
Erst wurde eine Geschichte vorgelesen, dann wurden Holz- und Bernsteinrohlinge bearbeitet.
Sitzend und liegend auf Kissen und Decken lauschte die große Kinderschar gespannt der von Svendine von Loessl gelesenen Geschichte von „Elin und dem Schattenkobold“. Von einem Kobold, der durch Frust und Ärger nur noch zu einem böswilligen Schatten gegenüber seinem früheren Dasein geworden war. Aber durch das Mädchen Elin dann wieder zu einem farbenprächtigen und lebensbejahenden Kobold wurde.
Sitzend, in der Kinderschar, erzählte danach der Holzschnitzer Becht was er alles in der Zeit erlebt hatte, die er bei den Indianern verbrachte. Das dort die Kinder die Namen von Tieren und Blumen haben, oder auch wie dort ohne Streichholz oder Feuerzeug etwas zum Brennen gebracht wird. Da es gutes Wetter war, ging es danach nach draußen in den südlichen Innenhof des Muasem Hüs. Dort konnten die Kinder sich dann Rohlinge aus Holz, wie z. B Seepferdchen, oder aus Bernstein aussuchen. Nachdem sie ihre Rohlinge dann geschliffen hatten, wurde auf Wunsch ihr Name und das Datum des Tages eingraviert. Die von den Kindern ausgesuchten Bernsteine wurden geschliffen und mit einem Loch und einem Band versehen.
Es war ein Nachmittag, der nicht nur die Kinder begeisterte, sondern auch die Eltern und anwesenden Großeltern.
WC-Häuschen auf dem Nösseparkplatz in Betrieb
Nachdem durch Pressemitteilungen ganz Deutschland darüber informiert worden war, dass hier in der Gemeinde Sylt für viel Geld ein öffentliches Toilettenhäuschen auf dem Nösse-Parkplatz, aber ohne Anschluss an einer Abwasserleitung, gebaut worden war, hat die Sache nun ein glückliches Ende gefunden. Man hat sich mit dem Besitzer vom „Morsum Kliff“ geeinigt, und damit konnte die Toilettenanlage an der Abwasserleitung des Restaurants angeschlossen werden. Seit Mitte Juli sind nun die Türen nicht mehr verschlossen. Für das Restaurant „Morsum Kliff“ gut, müssen die vielen Kliffbesucher doch nicht mehr die im Restaurant befindlichen Toiletten in Anspruch nehmen. Aber auch für ganz Morsum gut, da die Kliffbesucher sich bisher immer irgendwo in die Büsche verschlagen haben, jetzt aber auf dem Nösse- Parkplatz eine ordentliche Toilette vorfinden.
Der Bahnhof Morsum, vor kurzem ein unattraktives Gebäude, und jetzt?
Im westlichen Teil des Bahnhofsgebäudes gab es in den fünfziger Jahren sogar eine kleine Kneipe. Betrieben wurde sie vom damaligen Wirt des Westerländer Bahnhofs. Die Bewirtung der Gäste oblag damals der Morsumerin Elfriede Bohn. Und da sie im Dorf Fiffi genannt wurde, wurde die Kneipe auch die Fiffi-Bar genannt. Als sie aber aus Altersgründen den Laden nicht mehr führen konnte, ging die Kneipe ein.
Der Raum der ehemaligen Kneipe wurde danach für technische Gerätschaften der Bahn, andere Gebäudeteile überhaupt nicht mehr genutzt. Auch die Wohnung im Obergeschoss wurde schon mehrere Jahre nicht mehr bewohnt. Der Schalter, an dem früher Fahrkarten zu erwerben und Auskunft zu erhalten war, war seit Jahren schon durch eine Jalousie geschlossen. Da keine Unterhaltungsarbeiten stattfanden, verfiel der Bahnhof immer mehr. Der damalige Kreispräsident Helmut Wree bemängelte auf einer Sitzung, der Morsumer Bahnhof sei nicht gerade ein Aushängeschild für Sylt. Schon allein den Schriftzug Morsum/Sylt oben an der Giebelwand befand er als eine Zumutung. Um zumindest diesen Zustand zu ändern, fragten die Morsumer Kulturfreunde bei der Bahn an, ob sie den Namenszug dort erneuern durften. Nachdem von dort dafür eine Genehmigung vorlag, wurde von der Morsumer Malerfirma Singer der Schriftzug „Morsum/Sylt“ ohne Kosten für die Bahn und den Kulturfreunden erneuert.
Nun ist der Bahnhof verkauft und in Privatbesitz übergegangen. Und siehe da, auf einmal wird der Bahnhof zu einem attraktiven Gebäude. Mehrere Wohnungen sind dort entstanden. Eine Seifenmanufaktur gibt es dort, ein Internet-Kundendienst, und eine Fa. Nordlicht die dort Gitarren und Miniatur- Autos, auch Unikate, ausstellt und zum Kauf anbietet. Mit den Gewerbetreibenden dort ist der alte Bahnhof auf einmal eine Bereicherung für ganz Morsum geworden. Da fragt man sich, da das Muasem Hüs unbedingt mit mehr Leben erfüllt werden muss, warum Ähnliches nicht auch im Muasem Hüs möglich ist. Vor zwei Jahren fragten vier Kunsthandwerker an, ob sie eine Bleibe im Hüs bekommen konnten. Bewerber gab es, die gerne die Gastronomie des Hauses betreiben wollten. Die Sylter Bank hatte signalisiert, auch ins Muasem Hüs zu gehen.
Aber aus allem ist nichts geworden. Es wäre schon interessant zu wissen, warum nicht. Waren die Konditionen der Anmietung zu hoch, oder legt man gar keinen Wert auf eine Belebung des Hauses? Auch nach über eineinhalb Jahr nach der Fusion ist für die Morsumer nicht erkennbar, ob Gemeinde oder die ISTS GmbH. für das Muasem Hüs zuständig ist. Bei allen diesen Merkwürdigkeiten brauchen sich die Morsumer auch keine großen Hoffnungen mehr machen, dass im oder am Muasem Hüs eine Einkaufsstelle entsteht. Während der Bahnhof Morsum eine Renaissance erlebt, verfällt das erst 1989 fertig gestellte Muasem Hüs zusehends. Ganz deutlich ersichtlich an den Türen des Innenhofes. Wahrscheinlich ist das Muasem Hüs für die neue Gemeinde Sylt oder der ISTS GmbH ein Klotz am Bein, dem man sich gerne entledigen möchte, aber nur nicht traut.
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